Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg 2017 für Keller Lufttechnik GmbH

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg 2017 – Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“. Erster Preis für Keller Lufttechnik GmbH + Co KG, Kirchheim unter Teck: Effizienter Nassabscheider zur Rückführung gereinigter Luft.

Umweltminister Franz Untersteller: „Mehrere Technologien in einem Gerät. Das ist effizient und erlaubt einen vielseitigen Einsatz.“

Der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg in der Kategorie „Emissionsminderung,
Aufbereitung und Abtrennung“ geht an die Keller Lufttechnik GmbH + Co.
KG aus Kirchheim unter Teck für den HydronPlus 1.5, der Nass- und Trockenabscheidung
kombiniert. Dabei separiert das Gerät Stäube, Aerosole, flüssige,
ölige Partikel oder auch eine Kombination daraus so effizient, dass die Luft anschließend
wieder in den Raum zurückgeführt werden kann. Der Ventilator mit
integriertem Frequenzumrichter und die optimierte Wasserverdüsung tragen zur
energieeffizienten Arbeitsweise des Abscheiders bei.

Neben der Luft wird bei diesem Gerät auch das Waschwasser mit geringem Verlust im Kreislauf geführt und bei Bedarf mittels UV-Licht, also Biozid-frei, von biologischen Lasten befreit. Die Markteinführung ist noch in diesem Jahr geplant.

Bei materialabtragenden, mechanischen Bearbeitungen können je nach Werkstoff
explosionsfähige Stäube entstehen. Insbesondere beim Schleifen, Bürsten,
Strahlen, Polieren, wenn mit geometrisch undefinierten Schneiden gearbeitet wird, muss sichergestellt sein, dass die Staubkonzentration unterhalb der Explosionsgrenze
bleibt. Dafür kommen – speziell an Einzelmaschinen – bisher meist
Trockenabscheider zum Einsatz, die zwar effizient filtern, jedoch aufwendige
Schutzmechanismen erfordern, um eine Explosion im Abscheider zu verhindern
oder deren Auswirkungen zu minimieren. Nass arbeitende Systeme kamen hier
bisher selten zum Einsatz, weil sie im Vergleich mit Trockenabscheidern beim
Energieverbrauch schlecht abschnitten. Denn entweder ist viel Energie für das
Verdüsen des Waschwassers nötig, weil der erzeugte Tropfenschleier so fein
sein muss, dass die Partikel effizient aus der Luft separiert und die Luft anschließend
wieder in den Raum zurückgeführt werden kann. Oder der hohe
Energieverbrauch entsteht, weil die Abluft nicht rein genug für die Rückführung
ist, sodass die Ersatzluft konditioniert, also aufgewärmt werden musste. Der
Nassabscheider HydronPlus 1.5 ist mit einem Luftdurchsatz von bis zu 1.500
m3/h dafür konzipiert, an einer Einzelmaschine installiert zu werden und die dort
entstehenden Partikel zu erfassen und zu separieren. Der integrierte Frequenzumrichter
sorgt dafür, dass das Gerät konstant den zuvor ermittelten notwendigen
Volumenstrom absaugt und sich dabei selbstständig auf den Widerstand
abstimmt, der durch die abgeschiedenen Partikel im trockenen Nachfilter zustande
kommt. Mit diesem Nassabscheider lässt sich – ohne weitere Schutzmaßnahmen
– gleichzeitig sicherstellen, dass keine Explosionsgefahr entsteht,
dass reine Luft in den Raum zurückgeführt werden kann und dass das Waschwasser
bis auf kleinste Mengen, die zur Auffeuchtung der Luft verloren gehen,
im Kreislauf bleibt.
„Eine Vergleichsrechnung mit Abluftbetrieb hat gezeigt, dass sich damit gegenüber
herkömmlichen Nassabscheidern bis zu 2.000 Euro pro Jahr an Heizkosten
sparen lassen“, erklärt Ulrich Stolz, Bereichsleiter Technik bei Keller Lufttechnik.
„Die Energieeinsparung ist so hoch, dass das Gerät eine günstige Alternative zu
Trockenabscheidern darstellt. Dabei entfalten sich alle Vorteile der Nassabscheidung.“
Kurz: In vielen Fällen, in denen es bei Bearbeitungen ordentlich
staubt, ist der energieeffiziente HydronPlus 1.5 eine neue Alternative.

 

Ergänzende Informationen:

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
vergibt alle zwei Jahre den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg. Der Preis
soll für hervorragende und innovative Produkte und Verfahren in der Umwelttechnik
verliehen werden.

Das Preisgeld beträgt 100.000 Euro und wird auf vier Kategorien und einen
Sonderpreis der Jury verteilt. Die Kategorien gliedern sich in „Energieeffizienz“,
„Materialeffizienz“, „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ und
„Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0“. Der Sonderpreis der Jury wird
an ein Produkt innerhalb der vier Kategorien verliehen und orientiert sich an aktuellen
umweltpolitischen Herausforderungen und technischen Erfordernissen.
Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Baden-
Württemberg. Ausgezeichnet werden Produkte, die einen bedeutenden Beitrag
zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung leisten und kurz vor der
Markteinführung stehen oder nicht länger als zwei Jahre am Markt sind.
Im Unterschied zum Umweltpreis, den das Ministerium seit 1993 vergibt, liegt
die Zielrichtung des Umwelttechnikpreises auf einem Produkt oder Verfahren
und dessen besonderen umwelttechnischen Leistungsfähigkeiten und nicht auf
unternehmensinternen Prozessen.
Die Preisverleihung fand am 13. Juli 2017 in der Schwabenlandhalle in Fellbach
statt.